España
Spanien

Spanien, das Königreich am Rande Europas, die Halbinsel, die so weit in den Atlantik vorspringt, das gebirgige Land, das seine Berge wie Schutzwälle gegen das Meer aussendet, ist ein Boden großer Geschichte. Hier fanden die frühesten Menschen Lebensraum, hier siedelten Griechen,hier kämpften Römer, hier herrschten viele Jahrhunderte lang die Kalifen und brachten nicht nur einen neuen Glauben, sondern auch neue Lebensgewohnheiten mit.

Die Konquistadoren der späteren katholischen Könige eroberten ein Weltreich und diese Könige verloren es auch wieder.

Das Land und die Regionen:

Spanien hat 17 Regionen, dazu gehören die kanarischen Inseln und die Balearen.

Die spanische Küche:

Um einen Blick in Spaniens Küchen zu tun, kann man die Geschichte nicht ausklammern. Sie brodelt wie eine Würze in jedem Kochtopf mit, man schmeckt sie auf der Zunge.

Die Römer brachten den Knoblauch und das Olivenöl, die Kenntnisse der Wurstherstellung und einige Saucenrezepte mit nach Spanien. Die Araber hatten Zucker und Anis, Wermut und Muskatnuss, schwarzen Pfeffer und Kümmel, Majoran und Safran im Reisegepäck und schufen durch besondere Bewässerungsverfahren die Grundlagen für Obst und Reisanbau. Die Entdeckung Amerikas bescherte unter anderem Kartoffeln und Tomaten, Pfefferschotten und Kakao. Viele unserer täglichen Nahrungsmittel hatten in Spanien ihren europäischen Ausgangspunkt.

Spaniens Küche ist jedoch ehrlich und ohne Schnörkel geblieben. Im Lande des Don Quichotte und des Sancho Pansa gab man den Gerichten keine klingenden Namen. Sie heißen nicht nach Königen oder Mätressen, nicht nach Feldherren oder Künstlern, sondern nach ihren Ingredienzen oder nach der Landschaft, nach der Stadt, in der man sie zubereitet. Immer schöpften die Rezepte aus der unmittelbaren Umgebung. Aus dem Meer vor der Küste, aus dem Schwemmland  oder dem ausgetrockneten Boden im Umkreis der Städte, aus der bewässerten Huerta in der Nachbarschaft. Immer spielt das Vieh auf den Hügeln und das Wild in den Wäldern der Hausberge die Hauptrolle. Man hat die spanische Küche eine “Küche aus dem Hausgarten” genannt und das ist keineswegs abwertend gemeint. Sie ist natürlich, solide und regional verschieden wie ihre Landschaften und ihre Menschen. So kennt allein fünfzig verbriefte Arten der Kartoffezubereitung und über dreißig Rezepte für den Gazpacho, die geliebte, kalte Sommersuppe.

Da man die feinschmeckerisch veranlagten Basken, die heiteren Andalusier, die bodenverwachsenen Galicier oder die schwermütigen Kastilier nicht unter einen Küchenhut bringen konnte, hat man Spanien in groben Umrissen in sechs Küchenregionen eingeteilt. Nach dieser Aufteilung ist Nordspanien die Zone der Saucen, der sich südlich der Pyrenäen die Zone der Chilindrones, der so typisch mit Paprika und Tomaten gekochten Gerichte anschließt. Katalonien istdie Zone der Fische und der Topfgerichte; an der Levante herrschen die Reisgerichte vor; die Landesmitte ist die Zone der Braten und Andalusien die Zone der Fritüren. Natürlich sind die Übergänge fließend. Ausserdem gibt es noch die Inselküchen und die baskische Küche, die sich so trotzig eigenständig erhält, wie das Volk, das sie kreiert hat.

Allumfassend einig ist man sich nur beim Wein, der zum guten Essen gehört und bei den beiden Grundelementender meisten Gerichte, bei Olivenöl und Knoblauch. Sie bestimmen die Küche des ganzen Landes.

Dichter wie Antonio Machado y Ruiz haben die windgedrehten Olivenbäume, deren Holz und Rinde bildgewordene Zeit und bildgewordene Geduld ist, besungen: “Gott beschütze dich, Olivenhain, deine Früchte werden unzählige Wege in unzähligen Pressen gehen... in vielen Städten und Gehöften , an den Ufern vieler Flüsse, verborgen in der zerrissenen Sierra...”

Ohne Olivenöl wäre die spanische Küche nicht denkbar. Auch wenn sie bisher der Ölküche etwas skeptisch gegenüberstanden: Machen Sie einen Versuch, schmecken Sie Spanien auf der Zunge!

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Letzte Aktualisierung 13.08.2004